Iten in den beiden Weltkriegen in Frankreich

Zu Leroy Iten bzw. seinen Eltern, Grosseltern und Geschwister habe ich noch mehr Angaben.

Was mich noch interessieren würde, sind mehr Informationen zu seiner Zeit im 1. Weltkrieg.

 

Zu Charles Albert Iten im 1. Weltkrieg sowie Maurice und Marius Iten im 2. Weltkrieg suche ich

noch mehr Informationen, sowohl zu deren Herkunft und Eltern wie auch zu deren Zeit im Krieg.

 

Leroy Iten im 1. Weltkrieg für die USA

Leroy Iten, geb. 30.11.1893 in Highland, Madison, Illinois, gefallen am 08.10.1918 im

Benny Woods im St. Mihiel Sector in Frankreich (St. Mihiel liegt südlich von Verdun)

 

Sohn von Frank Iten, geb. 31.03.1852 in Unterägeri, gest. 08.04.1927 in Highland, Madison, Illinois und Amelia Weidner, geb. 08.02.1861 in Jamestown, Clinton, Illinois, gest. 15.11.1931 in Highland, Madison, Illinois. Die beiden heirateten im September 1892 in Pierron, Madison County, Illinois. 

 

Highland Cemetery, Highland City, Madison County, Illinois:

 

Iten Frank, *1852 +1927, beerdigt am 10. April, Block 9/39 Vater
Iten Amelia, *1861 +1931, beerdigt am 17. Nov., Block 9/39 Mutter
Iten Leroy, *1893 +08.10.1918, () am 26.06.1921, Block 9/39 Sohn

Cemeteries and Tombstone Inscriptions of Madison County, Illinois Volume 12

Iten Leroy, US Army, World War One, 147 Infantry, 37 Division, +8. Oct. 1918

 

Mehr Informationen zu Leroy Iten's Vater Franz/Frank Iten und dessen Leben in den USA.

 

Charles Albert Iten im 1. Weltkrieg (Fremdenlegion)

Charles Albert Iten, geb. am 12.10.1886, in Vevey in der Schweiz, 1914 in Lyon für die Fremdenlegion rekrutiert, er gehörte zum 2. Marsch-Regiment des 1. Regiment Etranger. Verschollen im Kampf am 16.06.1916 in Souchez im Pas de Calais. (Souchez liegt nördlich von Arras und südlich von Lens.)

 

Am 21. Mai 1921 wurde er von einem Gericht in Paris als tot erklärt, was am 17. Juni 1921 schriftlich festgehalten wurde. Normalerweise wurde dann die Sterbemeldung an das zuständige Standesamt gesandt, damit dort ein Sterbeeintrag erfolgen konnte. Doch in diesem Fall war nur bekannt, dass er seinen Wohnsitz in der Schweiz hatte, aber nicht in welchem Ort.

 

Souchez wird im deutschen Heeresbericht vom 16.06.1916 nicht erwähnt. Ein Jahr früher jedoch taucht es an mehreren Tagen in den Berichten auf. Ebenso in der "Illustrierten Geschichte des Weltkrieges".

 

http://www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.fr/spip.php?page=base_liste

 

Habe noch folgende Infos gefunden (Base recoupements 1914-1918):

ITEN Charles Albert, *15.08.1891 Pachary - Autriche,
Dienstgrad: Légionnaire, +16.06.1915 in Souchez,
Neuville-Saint-Vaast, Pas-de-Calais, Disparu au combat

 

Da liegt wohl eine Verwechslung vor, denn das gleiche Geburtsdatum und derselbe

Geburtsort in Österreich tauchen auch bei einem Mann auf, der vor ihm auf der Liste steht.

Der 16.06.1915 passt besser zu Souchez, wie auch nachfolgende Divisions-Geschichte zeigt.

 

http://www.memorial-genweb.org/~memorial2/html/base1418/resultpatro.php

 

Karteikarte vom Internationalen Roten Kreuz

 

Freiwilliger im 1. Fremden-Regiment, Bataillon A., Kompanie 2, Matrikel 22229, Sektor 109,

Division Marokko, geboren 1886, Bürger von Unterägeri, Kanton Zug. Vermisst seit dem

14. Mai 1915, Umgebung Arras, Kämpfe von Targette und Neuville oder Ferme Bertonval.

Angehörige: Frau M. Zeller-Iten, Lehrers, Elisabethenstrasse 47, Bern.

 

Volontaire au 1er régiment étranger, bataillon A., Compagnie 2, Matricule 22229, Secteur 109,

Division Marocaine, né en 1886, bourgeoise de Unter-Aegeri, Canton de Zoug. Disparu depuis

le 14 mai 1915, environs d'Arras, combats de la Targette et Neuville ou Ferme Bertonval.

 

http://grandeguerre.icrc.org/en/File/Search/#/6/2/192/0/French%20or%20Belgian/Military/Iten

 

Intelligenzblatt der Stadt Bern vom 06.07.1910 - Eheverkündigung

04.07.1910 Zeller, Samuel Albert, Lehrer, ledig, von Lenk, Kasernenstr. 39,

mit Iten, Maria Augusta, Bürolistin, ledig, von Unterägeri, Zug, in Wimmis.

 

Intelligenzblatt der Stadt Bern vom 06.08.1910 - Heiratseintrag

05.08.1910 Zeller, Samuel Albert, Lehrer, ledig, von Lenk, 

mit Iten, Maria Augusta, Bürolistin, ledig, von Unterägeri, Zug.

 

Die Namen und die Herkunft seiner Eltern sind noch unbekannt, deshalb kann ich

momentan keine konkrete Verbindung zum Ägerital herstellen.


Geschichte der Division Marocaine (Fremdenlegion)

Die Division Marocaine bestand nicht aus Marokkanern, sondern aus Tirailleurs algériens et tunisiens, den Zouaven und den Fremden-Legionären. Wichtige Kriegseinsätze waren im September 1914 an der Marne, im Mai und Juni 1915 in der Artois und 1916 an der Somme.

 

Die Kämpfe am 9. Mai 1915 in der Region Neuville-Saint-Vaast und Givenchy forderten ein hohe Zahl an Opfern: 20 Offiziere und 933 Soldaten waren gefallen oder wurden vermisst, 28 Offiziere und 956 Soldaten wurden verwundet.

 

Am 16. Juni bestand das 2e Regiment de Marche aus 3 Bataillons mit 67 Offizieren und 2509 Soldaten. In den Kämpfen bei Souchez-Givenchy kam es wiederum zu hohen Verlusten von insgesamt 625 Männern: 307 gefallen oder vermisst, 18 Offiziere und 300 Soldaten verwundet.

 

fr.wikipedia.org/wiki/Division_marocaine

http://fr.wikipedia.org/wiki/2e_régiment_de_marche_du_1er_régiment_étranger

 

Légion étrangère - Kommandeure

 

2e Régiment de Marche du 1er Etranger

Colonel Pein - vom 14.09.1914 bis 07.03.1915 (gefallen)

Lieutnant-Colonel Cot - vom 08.03.1915 bis 11.11.1915

 

2e Régiment de Marche du 2e Etranger

Colonel Lecomte-Denis - vom 10.12.1914 bis 25.09.1915

Lieutnant-Colonel de Lavenne de Choulot - vom 19.10.1915 bis 11.11.1915

 

Diese beiden Fremden-Regimenter wurden im November 1915 vereinigt.

 

Régiment de Marche de la Légion Etranger

Lieutnant-Colonel Cot - vom 11.11.1915 bis 15.02.1917

Lieutnant-Colonel Duriez - vom 16.02.1917 bis 17.03.1917 (gefallen)

Lieutnant-Colonel Rollet - vom 30.04.1917

 

Divisions-Geschichte - Pages de gloire de la Division marocaine 1914-1918

Bei gallica - der digitalen Bibliothek der Bibliothèque National de France

http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5674835k

 

Fremdenlegionäre aus der Schweiz im 1. Weltkrieg

Im Intelligenzblatt der Stadt Bern in der Ausgabe vom Sonntag 18. Juli 1915 wurde über einen Fremdenlegionär aus der Schweiz berichtet. Ihm gelang die Flucht aus der Legion und dem Krieg in die Schweiz, wo er jedoch vor das Territorialgericht gestellt wurde. Dieses sprach ihn des "Ausreissens" schuldig und verurteilte ihn zu drei Monaten Gefängnis. Dieser Fremdenlegionär berichtete auch einiges über den Einsatz der Division Marocaine im 1. Weltkrieg bei Arras und Souchez. Auch Charles Albert Iten war wohl bei diesen Einsätzen dabei. In den Kämpfen vom 9. bis 11. Mai 1915 sei das Regiment von 2000 auf 800 Mann geschrumpft! Beim ebenfalls erwähnten Sturm auf Souchez vom 15. Juni 1915 kam Charles Albert Iten vermutlich ums Leben. Kurze Zeit später wurde das Regiment nach Montbéliard nahe der Schweizer Grenze verlegt. Von dort aus gelang dem Angeklagten mit einigen anderen Schweizern die Flucht in die Schweiz!


Nicht nur Schweizer nutzten die Stationierung in der Nähe der Grenze zur Desertion, auch zwei Tirailleurs Algériens aus der Division Marocaine wurden im August 1915 im Schweizer Jura aufgegriffen. Der eine trug zwei Auszeichnungen, eine für seinen Einsatz in Marokko, die andere für seinen Einsatz im Sudan. Sie wurden in Porrentruy (Pruntrutt) von Schweizer Soldaten befragt und gaben an, an den Kämpfen in Belgien, Arras und Souchez beteiligt gewesen zu sein. Dies konnte man am 7. August 1915 in der Zeitung "L'Impartial" aus Neuchâtel/Neuenburg lesen.


Laut einem Bericht in zwei Zeitungen von Wales vom 11. und 14. August 1915, die das "Journal du Jura" zitieren, sollen damals 35000 Männer der Fremdenlegion angehört haben, darunter 3000 bis 4000 Freiwillige aus der Schweiz. Angeblich sei offiziell noch kein Mann aus der Fremdenlegion als verwundet, vermisst oder gefangen gemeldet worden. Dies wird durch meine Forschungen widerlegt.


Auch im September 1915 gingen die Desertionen aus der Fremdenlegion in die Schweiz weiter, wie man in der Zeitung "L'Express" von Neuchâtel/Neuenburg vom 1. und 11.09.1915  nachlesen kann. Im ersten Bericht handelt es sich um einen Berner und einen Genfer, im zweiten Bericht um einen jungen Mann aus Fleurier. Alle wurden nach einer ersten Befragung in Porrentruy nach Bern gebracht.


Maurice Iten im 2. Weltkrieg (Widerstand)

In den Datenbanken «Mémoire des hommes» und «Mémorial GenWeb» findet man:

 

Nom et prénom: Iten Maurice
Date de naissance: 06.01.1922
Lieu de naissance: Aegeri (Suisse)
Unité: Forces françaises de l’intérieur
Date de décès: 04.08.1944
Lieu de décès: Saint Vite
Département: Lot et Garonne (47)
Cause du décès: accident
Mort pour la France

 

Sein Name erscheint auf dem Monument aux Morts in Ladignac/Trentels. Auf der folgenden Website erscheint in der Liste des Fusillés von Trentels/Ladignac ein Jean Iten, der gleiche? http://ammacdufumelois.free.fr/20-21_mai_1944.htm

 

Auf einem Monument aux Morts in Saint Sylvestre-sur-Lot, Lot-et-Garonne, Aquitaine ist vermerkt:

Iten Maurice, Mort de la Résistance

 

In den "Dossiers administratifs des résistants de la seconde guerre mondiale" verfügbar

beim "Service historique du ministère de la défense" gibt es auch ein Dossier zu

Iten Maurice, *06.01.1922 in Unteragen/Unterägeri, Schweiz. Homologué bedeutet:

Er war amtlich anerkanntes Mitglied der FFI (Forces françaises de l'intérieur).

 

http://www.servicehistorique.sga.defense.gouv.fr/?q=content/dossiers-administratifs-de-résistants

 

 

Ich versuche die Namen seiner Eltern zu finden um ihn der richtigen Iten-Linie zuordnen zu können. Zudem würde ich gerne mehr über seine Zeit bei den Forces françaises de l'interieur erfahren, welcher Untergruppe er angehörte und über die Umstände seines Todes.

 

Vermutlich gehörte er der Groupe Vény an und dort evtl. dem Bataillon Geoffroy. Die Groupe Vény entstand anfangs 1944 im Département Lot-et-Garonne. Ich kenne einige Websites zu diversen Ereignissen in dieser Region im Jahr 1944.

 

J’essaye de trouver les noms de ses parents pour savoir à quel ligne des Iten il appartenait. En plus je cherche plus d’informations sur son temps dans le Forces françaises de l’intérieur, à quelle groupe il appartenait et les circonstances de son mort.

 

Il est possible qu'il était membre du groupe Vény dans le Bataillon Geoffroy. Le groupe Vény était constitué au début de 1944 au département Lot-et-Garonne. Je connais quelques websites avec des récits des évènements dans cette région en 1944.

 

Marius Iten im 2. Weltkrieg (Kriegsgefangener)

 

Aus den Listen der französischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam, die nach Auskünften

der deutschen Militärbehörden erstellt wurden, kann man folgendes entnehmen:

 

18.01.1941 Iten Marius, 04.08.1913 Talmontiers, soldat 2e classe, 45e G. R. R. F. Stalag XX B.

17.03.1941 Iten Marius, 04.08.1913 Talmontiers, soldat 2e classe, 45e G. R. R. F. Stalag XX B.

10.06.1941 Iten Marius, 04.08.1913 Calmoutiers, soldat 2e classe, 45e G. R. R. F. Stalag XX A.

 

Centre National d’Information sur les Prisonniers de Guerre, 60 rue des Francs-Bourgeois, Paris

Listes officielles No 65, 83 et 99 de prisonniers français d’après les renseignements fournis par

l’Autorité militaire allemande http://gallica.bnf.fr/?lang=DE

 

Bemerkungen zu den Ortsnamen

 

Talmontiers liegt im Arrondissement Beauvais, im Département Oise in der Region Picardie.

Talmontiers grenzt im Westen an das Département Eure in der Region Haute-Normandie.

Calmoutier liegt im französischen Département Haute-Saône in der Region Franche-Comté.

 

Das Stalag XX A lag bei Thorn/Torun, Stalag XX B bei Marienburg/Malbork bzw. bei Willenberg.

 

Erklärungen zur Einheit 45e G.R.R.F.

  

Die 45e Groupe de Reconnaissance de Région Fortifiée wurde Ende August 1939 in Metz aufgestellt.

Diese Einheit wurde am 23. Juni 1940 gefangen genommen. Sie erscheint auch als 45e G.R.D.I.

 

Bei Marius Iten handelt es sich wohl um einen Nachkommen der Linie Jean Oswald Iten.