Melchior Iten in Fremden Diensten in Frankreich

Im Buch "Die Iten - Talleute zu Ägeri" von Pfarrer Albert Iten gibt es eine Auflistung der Soldaten namens Iten aus dem Ägerital, die in Fremden Militär-Diensten umgekommen sind.

 

Viele davon waren in französischen Diensten und sind in Frankreich oder anderswo für

Frankreich gefallen. Allerdings scheint diese Liste nicht  vollständig zu sein.

 

Heute erhielt ich via GeneaNet einen Hinweis, dass in Rennes, Département Ille-et-Vilaine,

in der Bretagne, anfangs des 19. Jahrhunderts ein Melchior Iten gestorben sei.

 

Die Archives de Rennes haben die Sterbeeinträge online zur Verfügung gestellt.

Mit Hilfe der Tables décennales kann man den richtigen Eintrag schnell finden.

Er ist eingetragen am 17. September im Sterbebuch des Jahres 1808.

 

http://www.archives.rennes.fr/archives-et-inventaires/archives-en-ligne/etat-civil/

 

Melchior Iten, agé de vingt trois ans, fusilier de la ? Compagnie du ? Bataillon du

? Régiment d'Infanterie Suisse, natif d'Egery, Canton de Zoug, Suisse, décédé

audit hopital le onze de ce mois à deux heures du matin par suite de fievre.

 

Melchior Iten, 23 Jahre alt, Fusilier in der ? Kompanie des ? Bataillons des

? Infanterie-Regiments der Schweiz,  gebürtig von Ägeri im Kanton Zug, Schweiz,

gestorben im besagten Spital am 11. dieses Monats um zwei Uhr morgens infolge

Fiebers.

 

Beim besagten Spital handelte es sich um ein Militär-Hospital,

von dem am gleichen Tag noch mehr Todesfälle gemeldet wurden.

 

Da dieser Melchior Iten im Buch "Die Iten - Talleute zu Ägeri" von Pfarrer Albert Iten

nicht aufgelistet ist, kann ich ihn nicht einer bestimmten Iten-Familie zuordnen. In der

nachfolgenden Quelle werden die Namen seiner Eltern ebenfalls nicht genannt.

 

In "Müller Cornelius: Luzerner in französischen Kriegsdiensten unter Kaiser Napoleon I. 1805-1815"

wird unter der Nr. 787 auch ein Iten Melchior von Aegeri, Kanton Zug erwähnt. Er war laut Werbeprotokoll 18 Jahre alt und wurde am 20.03.1807 angeworben für 4 Jahre Dienst. Er musste sich am 22.03.1807 in Luzern stellen und wurde als Fusilier dem 2. Schweizer Regiment zugeteilt.

 

https://staatsarchiv.lu.ch/schaufenster/quellen/Soldaten

 

In derselben Quelle wird auch ein Martin Iten von Unterägeri gelistet, Eltern Bartholomäus Iten und Katharina Sidler. Er war schon drei Tage nach seiner Anwerbung im Nov. 1811 oder 1812 desertiert.

 

 

Weitere Schweizer Soldaten in Rennes gestorben

Weitere Schweizer, die man im Sterbebuch des Jahres 1808 von Rennes findet,

habe ich hier zusammengestellt (für den vollständigen Inhalt Original anschauen!)

 

Auch in den Jahren 1807 und 1809 findet man viele Schweizer Soldaten, die im Militär-

Hospital von Rennes gestorben sind. (Abschriften sind noch in Bearbeitung)

 

Einige Familien- oder Ortsnamen konnte ich nicht vollständig entziffern. Die

Ortsnamen sind oft französisiert worden oder nach Gehör geschrieben worden.

(Beispiele: Egery = Ägeri oder Rénac = Reinach)

 

So gibt es einige Namen und Orte, bei denen ich nicht weiss, wie sie richtig heissen.

Wenn Sie eine Idee haben oder einen Fehler entdecken, melden Sie sich bitte hier.

Im Voraus vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

 

 

Zu dieser Zeit gab es 4 Schweizer Infanterie-Regimenter in Diensten der französischen Armee. Eines war in Italien im Einsatz, die anderen in Spanien, später waren alle im Russland-Feldzug dabei. Auf Spanischer Seite waren auch Schweizer Regimenter im Einsatz, so kam es zu Situationen wo Schweizer Soldaten gegen ihre Landsmänner kämpfen sollten.

 

http://www.napoleon-series.org/military/organization/c_swiss.html

 

Übrigens an Napoleons Winterfeldzug nach Russland beteiligten sich im Jahr 1812 etwa 9000 Schweizer aus allen Kantonen. Bekanntlich endete dieser Feldzug mit einer grossen Niederlage Napoleons und nur noch etwa ein Zehntel der Schweizer kehrte nach Hause zurück. 

 

 

Auf Spanischer Seite waren folgende Schweizer Regimente im Einsatz:

 

Katalanien: Tarragona: Suizo de Wimpfen, 2079 Mann

Valencia: Carthagena: Suizo de Fraxter/Traxler, 1757 Mann

Grenada: Malaga: 1 bat. de Suizos de Reding, 909 Mann

Grenada: Grenada: 1 bat. de Suizos de Reding, 900 Mann

Castilla Nueva: Talavera: Suizo de Reding 2, 1573 Mann

Castilla Nueva: Cuenca: Suizos de Preux, 1708 Mann

Mallorca: Palma: Suizo de Bettschart, 2053 Mann

 

La Guerre d'Espagne (1807-1813), Octobre 1807 - Avril 1808

écrit par le Capitaine A. Grasset; Berger-Levrault, Editeurs

publié sous la direction de la section historique de L'état-major de l'armée.

 

Dieses Büchlein kann man online einsehen bei Gallica,

der Bibliothéque Numérique der Bibliothéque Nationale de France

http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5767863s.r=Bettschart.langDE

 

 

Der mit Spanien abgeschlossene Kapitulations-Vertrag kam am

2. August 1804 in Bern zustande und trat für 30 Jahre in Kraft. 

Jedes Regiment durfte nur in bestimmten Kantonen rekrutieren:

 

Regiment Schmid / Schwaller / Wimpfen

Kantone Solothurn, Freiburg, Aargau

 

Regiment Rüttimann (Karl Reding)

Kantone Luzern, St. Gallen, Thurgau

 

Regimenter Nazar Reding (Kaiser) und Betschart (Zay)

Kantone Schwyz, Uri, Tessin, Glarus,

Kantone Graubünden und Appenzell

 

Regiment Jann (Trachsler)

Kantone Unterwalden, Luzern, Zug,

Kanton Aargau und Gebiet Rheinau

 

Albert Maag, Geschichte der Schweizer Truppen im Kriege Napoleons I

Diese Quelle kann man auszugsweise bei google books einsehen.

 

 

Kaspar Bründler von Ebikon, in dem Gerichtsbezirke Habsburg und der Oberamtei Luzern, des Kantons Luzern, welcher vor beiläufig zwölf Jahren in königlich spanischen Kriegsdienst unter das Regiment Reding No 2 getreten ist, und einer Aussage zufolge in Grenada gestorben sein soll, wird anmit aufgefordert, in Zeit von sechs Monaten Nachricht von seinem Leben und Aufenthalte an Behörde zu geben, ansonsten nach Verfluss dieser anberaumten Frist verfügt werden wird, was Rechtens ist.

 

 

Quelle:

"Der aufrichtige und wohlerfahrene Schweizer-Bote, 26.09.1816"

"Der Nachläufer zum Schweizer Boten Nr. 39 vom 26.09.1816"