Geschichte Frauenkloster Ottmarsheim

Die Versammlung der Schwestern vom kostbaren Blut Jesu (ewige Anbetung) zu Ottmarsheim. Gestiftet durch den ehrwürdigen Pater Burgstaller (1845)

 

Diese Versammlung wurde bei St. Anna am Steinberberg (Kanton Schwyz) in der Schweiz

gestiftet und mit der Versammlung vom kostbaren Blute zu Rom kirchlich vereinigt. Nachdem

dieser Orden einige Jahre daselbst bestanden hatte, wurde er im Jahre 1847 ausgewiesen.

Die Schwestern kamen in weltlicher Kleidung in das Elsass und durch Gottes Führung nach

Ottmarsheim. ... In der Mitte der fünfziger Jahre kauften die Schwestern der ewigen Anbetung

mit der Hilfe des Herrn Pfarrers Behe einen Teil des ehemaligen Chorfrauenstiftes nebst dem

Klostergarten. Der Kaplan des Klosters bewohnt ein an den Klostergarten stossendes Haus."

 

Zeitlich und auch örtlich passt das sehr gut zu den Lebensdaten von Petronella Iten.

Mit dem Hinweis auf die Gründung des Ordens in Steinerberg, das nicht weit vom

Ägerital entfernt liegt, erklärt sich nun auch, wie sie zu diesem Orden gekommen ist.

 

"Es ist zu bemerken, dass sie von Niemanden etwas fordern, sie teilen selbst noch von

ihrem Wenigen den Armen mit: Durch ihr inbrünstiges, deutliches und anhaltendes Gebet

erbauen sie Jedermann und jede Stunde werden die beiden in der Kapelle die ewige

Anbetung haltenden Schwestern durch zwei andere abgelöst.

 

Das Noviziat dauert ein Jahr, sie machen kein Gelübde. Sollte sich jedoch eine Schwester

durch besonderen Eifer auszeichnen, so kann sie auch zugelassen werden und diesel-

ben ablegen. Es werden auch Arme, die gute Eigenschaften besitzen, aufgenommen.

Die Versammlung der Schwestern vom kostbaren Blute zählt ungefähr 50 Schwestern.

 

Ihre Kleidung besteht in schwarzen Kutten mit roten Strickgürteln umgürtet, in schwarzen

Skapulieren mit rotem Kreuze auf der Herzseite, die mit roten S durchflochten sind, in

schwarzen Schleiern und Stirnbändern, in weissen Kräglein und in Rosenkränzen auf

der Seite.

Ihre Nahrung ist mittelmässig, sie erhalten dreimal in der Woche Fleisch, sowie auch

Wein, wenn sie etwas streng arbeiten. Zur Winterzeit werden ihre Zimmer geheizt."

 

Geschichte der 21 wirklich in unserem Elsasse bestehenden Religiösen Orden.

Joseph Stoffel von Logelheim, Buchdruckerei Hoffmann, Präfekturbuchdrucker.

Colmar 1860

 

Weitere Informationen zur Vorgeschichte vor der Ausweisung des Ordens aus der Schweiz:

Segmüller Fridolin: Die Genossenschaft der Schwestern vom Kostbaren Blut auf Steinerberg

in: Mitteilungen des historischen Vereins des Kantons Schwyz, Band 38, 1931, Seite 49-100

 

http://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=mhv-001:1931:38::110#64

 

 

Ordensmann und Klosterfrau

 

Petronella Iten von Unterägeri, geboren am 3. März 1825,

Tochter des Dr. med. Dominik Iten in Mittenägeri und der

Barbara Henggeler. Schwester des Kostbaren Blutes in

Ottmarsheim im Elsass, gestorben am 6. Februar 1850.

Schwester des Jesuiten Franz Dominik Iten.

 

Pater Dominik Iten, der Gesellschaft Jesu (1824-1851)

Geboren am 20. April 1824, des Dr. med. Dominik Iten

in Mittenägeri, von Oberägeri, und der Barbara Henggeler.

Profess in Brig am 10. Oktober 1842, er ist schon am

7. Mai 1851 in Löwen, Belgien, gestorben.

 

 

Sterbeeintrag von Marguerite Iten in Ottmarsheim

 

Sterbebuch Ottsmarsheim 1793-1862, Seite 303/304

(vom Todesdatum her identisch mit obiger Petronella)

 

Gemeldet wurde der Todesfall am 7. Februar 1850 um 10 Uhr morgens

beim Bürgermeister François Joseph Lang als Zivilstandsbeamter in

der Gemeinde Ottmarsheim, Département Haut Rhin, Frankreich,

durch François Joseph Thuit?, 67 Jahre alt, Bauer in Ottmarsheim,

und François Narcisse Brodhag, 26 Jahre alt, Bauer in Ottmarsheim.

Diese beiden erklärten, das Marguerithe Iten, 24 Jahre alt, ohne Beruf,

geboren in Unterägeri, Canton Zug, in der Schweiz, wohnhaft in Ottmarsheim,

gestern um elf Uhr abends gestorben sei im Domizil des erschienenen Bauern.

 

http://www.archives.cg68.fr/Services_Actes_Civils.aspx